Dr. med. Hartmut Gölkel • Dr. med. Hans-Michael Hämmerle • Dr. med. Boris Uhel
☏ 0711 – 48 06 26 | Hackstr. 61, am Karl-Olga-Krankenhaus | 70190 Stuttgart

Fragen & Antworten

Vorbereitung und Ablauf der Koloskopie (Darmspiegelung)

Zur Darmspiegelung bekommen Sie über unsere Anmeldung zwei Termine; zum Vor- und Aufklärungsgespräch und zur eigentlichen Untersuchung.

Beim Vorgespräch wird Ihnen die Vorbereitung mit Abführmitteln und der Verlauf der Untersuchung erklärt. Sie haben selbstverständlich die Möglichkeit Fragen zur Untersuchung zu stellen. Ein Rezept für die Abführsubstanzen und eine „Gebrauchsanweisung“ dazu bekommen Sie von uns mit. Bitten bringen Sie Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen, zum Vorgespräch mit. Bitte halten Sie sich an die Gebrauchsanweisung zur Darmreinigung, ein sauberer Darm ist eine grundlegende Voraussetzung für eine erfolgreiche Darmspiegelung.

Vor der Untersuchung werden Sie immer über die Möglichkeit einer Sedierung- Kurznarkose (Beruhigungsspritze), die eine weitgehend schmerzfreie Untersuchung ermöglicht, informiert. Bitte kommen Sie ohne Auto, wenn immer möglich in Begleitung, falls Sie eine Beruhigungsspritze wünschen. Bei der Darmspiegelung wird dann ein dünnes biegsames Endoskop in den After eingeführt und unter Sicht bis zum Dünndarm vorgeschoben. So kann der gesamte Dickdarm und ein kleiner Teil des Dünndarms eingesehen werden. Wenn notwendig, können mit einer winzigen Zange Gewebeproben entnommen und Polypen (Gewebeneubildungen) mit einer Elektroschlinge entfernt werden. Da die Darmschleimhaut keine Nervenfasern enthält, ist dies schmerzlos. Nach der Untersuchung dürfen Sie in der Regel wieder essen und trinken. Im Falle einer Sedierung sind Sie am gleichen Tag nicht mehr verkehrstüchtig.

Vorbereitung und Ablauf der Gastroskopie (Magenspiegelung)

Sie bekommen über unsere Anmeldung einen Termin zur Untersuchung. Zur Untersuchung muss der Magen leer sein. Bitten essen Sie 6 Stunden und trinken Sie 4 Stunden vor der Untersuchung nichts mehr. Vor der Untersuchung werden Sie immer über die Möglichkeit einer Sedierung- Kurznarkose (Beruhigungsspritze), die eine weitgehend schmerzfreie Untersuchung ermöglicht, informiert. Im Falle einer Sedierung sind Sie am gleichen Tag nicht mehr verkehrstüchtig, kommen Sie bitte ohne Auto, wenn immer möglich mit einer Begleitperson.

Sollten Sie keine Beruhigungsspritze wünschen, bekommen Sie vor der Untersuchung ein Betäubungsspray für den Rachen, um einen eventuell auftretenden Würgereiz zu mildern. Es wird dann ein dünnes flexibles Endoskop durch den Mund eingeführt und in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. So können Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm eingesehen werden.

Es werden mit einer winzigen Zange Gewebeproben zur Beurteilung der Schleimhaut und möglichen Helicobacterbesiedlung entnommen. Da die Magenschleimhaut keine Nervenfaser enthält ist dies völlig schmerzlos. Nach Abklingen der Rachenbetäubung dürfen Sie wieder essen und trinken.

Vorbereitung und Ablauf der Sigmoidoskopie (Untersuchung der unteren Darmabschnitte)

Bei Beschwerden, die auf eine Erkrankung der unteren Dickdarmabschnitte hinweisen, wird mit einem dünnen flexiblen Endoskop der Bereich vom After bis ca. 50 cm Höhe untersucht.

Eine Totalreinigung des Darms mit Abführmitteln ist nicht notwendig. Mit Einläufen wird der zu untersuchende Teil des Darms gereinigt.

Wenn notwendig können mit einer Minizange schmerzlos aus der Schleimhaut Gewebeproben und Polypen mit einer Elektroschlinge entfernt werden. Das entnommene Gewebe wird dann vom Pathologen untersucht.

Polypektomie

Meist entsteht der Dickdarmkrebs aus Polypen der Darmschleimhaut, die langsam wachsen und über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren entarten (bösartig werden können). Bei den Polypen handelt es sich zunächst um gutartige Neubildungen von Gewebe, die häufig kugelförmig gewölbt oder mit einem Stiel bei der Darmspiegelung zu sehen sind. Je größer die Polypen sind, desto wahrscheinlicher ist eine Entartung möglich.

Der Polyp wird dann bei der Darmspiegelung mit einer Elektroschlinge „eingefangen“ und mit elektrischem Strom abgetrennt. Dieser Strom stillt gleichzeitig die Blutung an der Schnittstelle, indem er die Gefäße verschließt. Dieser Vorgang ist völlig schmerzfrei, da die Darmschleimhaut keine Nervenfasern enthält. Der abgetrennte Polyp wird geborgen und zur pathologischen Untersuchung gegeben.

Sehr große Polypen oder wenn bereits eine Entartung vorliegt bedürfen einer Operation.

Wenn bereits einmal ein Polyp festgestellt und entfernt wurde, sind Nachkontrollen zur frühzeitigen Diagnose einer erneuten Polypenbildung notwendig.

Bekomme ich vor einer Magen- oder Darmspiegelung eine „Beruhigungsspritze“?

Wenn Sie das wünschen oder falls notwendig, selbstverständlich. Unter Überwachung führen wir dann eine Sedierung- Kurznarkose durch. Wichtig ist, dass Sie dann nach der Untersuchung am gleichen Tag nicht mehr verkehrstüchtig sind, kommen Sie bitte ohne Auto, wenn immer möglich mit einer Begleitperson.

Helicobacter pylori

Der Helicobacter pylori ist ein winziges Bakterium. Die Infektion mit Helicobacter pylori führt im Laufe der Zeit zur einer chronischen Magenschleimhautentzündung (Gastritis)und kann bei manchen Patienten zu einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür führen. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass eine über viele chronische über viele Jahre bestehende Helicobactergastritis die Entwicklung eines Magenkrebses begünstigen kann.

Es gibt verschiedene Methoden um eine Helicobacterinfektion nachzuweisen zu können.

Die sicherste Methode eine Helicobactergastritis nachzuweisen, ist die Gewebeentnahme bei der Magenspiegelung. Das entnommene Gewebe wird vom Pathologen unter dem Mikroskop untersucht. Der Keim wird mit Hilfe spezieller Färbemethoden sichtbar gemacht.

Bei der Magenspiegelung kann auch ein „Schnelltest“ auf Helicobacter pylori entnommen werden, wenn wenn eine rasche Diagnose z.B. bei Magengeschwüren notwendig ist. Durch den Helicobacterschnelltest wird ein Enzym des Bakteriums in einem Medium durch einen Farbumschlag nachgewiesen.

Der C13-Harnstoff-Atemtest.
Das Bakterium besitzt das Enzym Urease, um Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid umwandeln zu können. Nach Einnahme einer Harnstofflösung wird dabei über das vom Patienten ausgeatmete Ammoniak eine Helicobacter-Infektion festgestellt. Bei unklaren Oberbauchschmerzen ist der C13- Atemtest allerdings ungeeignet, er sollte in erster Linie als Verlaufskontrolle nach Behandlung einer Helicobactergastritis eingesetzt werden.

Blutuntersuchungen auf Antikörper gegen Helicobacter pylori haben bei der Diagnostik eine Helicobactergastritis keinen Aussagewert, da die Antikörper auch nach erfolgreicher Behandlung einer Helicobactergastritis noch lange im Blut nachzuweisen sind.

Es gibt außerdem noch eine Stuhluntersuchung und eine direkte Anzüchtung des Keimes im mikrobiologischen Labor, um eine Helicobacterinfektion nachzuweisen.

Bei einer Helicobacter-Infektion können Medikamente (Kombination aus Antibiotika und Säureblocker) verschrieben werden, die eine vollständige Beseitigung (Eradikation) des Keims bewirken. Schleimhautentzündungen und Geschwüre bilden sich dann zurück.

Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit)

Eine mögliche Ursache für Krankheitsbeschwerden wie Durchfall, Blähungen oder Bauchkrämpfe kann eine Milchzuckerunvertäglickeit sein.

Für die Spaltung und Aufnahme über den Darm von Milchzucker benötigt der Körper ein spezielles Enzym – Laktase. Bei der Laktoseintoleranz fehlt das Enzym- entweder angeboren oder erworben. Bei der Aufnahme von Milchprodukten kann der Milchzucker nicht gespalten und aufgenommen werden, sondern „vergärt“ mit Hilfe von Darmbakterien. Dadurch entstehen dann Blähungen, Durchfälle und Bauchkrämpfe.

Beim H2 -Atemtest und einer Laktoseintoleranz kommt es nach Aufnahme einer Milchzuckerlösung und bakterieller Vergärung zur Freisetzung von Wasserstoff im Dickdarm. Über das Blut gelangt der Wasserstoff in die Lunge und wird abgeatmet. Mit Hilfe eines Testgerätes wird die Konzentration gemessen. So kann eine sichere Diagnose gestellt werden.

Blut im Stuhl – was tun?

Sichtbares Blut im Stuhl oder ein positiver Stuhltest auf verborgenes Blut im Stuhl (Stuhlbriefchen) kann ein Anzeichen einer ernsten Darmerkrankung sein. Obwohl harmlose Ursachen z.B. Hämorrhoiden oder Analfissuren überwiegen, sollte eine komplette Darmdiagnostik durchgeführt werden, um einen Darmkrebs oder dessen Vorstadien (Polypen) frühzeitig zu diagnostizieren und zu behandeln. Ein früh erkannter Darmkrebs hat Heilungsaussichten von über 90%.

Lebererkrankungen

Die durch Viren ausgelöste Entzündung der Leber (Hepatitis) zählt zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Vom jeweiligen Virustyp hängt nicht nur der Übertragungsweg der Krankheit ab, sondern auch die Schwere des Verlaufs und der Krankheitsfolge.

Das Hepatitis-A-Virus (HAV) wird durch verunreinigte Gewässer oder Nahrungsmittel übertragen (med. fäkal-oral) und kommt vor allem in südlichen Ländern vor. Daher die Bezeichnung „Reisehepatitis“. In der Regel verläuft die Hepatitis A milde – ähnlich einer Grippe. Eine Schutzimpfung ist möglich und insbesondere vor Reisen in südliche Länder zu empfehlen.

Das Hepatitis-B-Virus (HBV) gilt als Ursache für eine der häufigsten Lebererkrankungen: den Leberkrebs – außerdem kann er zur Leberzirrhose (Schrumpfung) führen. Es wird nur durch Blut und andere Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Sperma übertragen. Gefährdet sind insbesondere Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, Drogenabhängige oder Beschäftigte im Gesundheitswesen. Bei 5-10 % der mit HBV infizierten Erwachsenen wird die Infektion chronisch – jeder dritte chronisch Betroffene erkrankt an Leberzirrhose oder Leberzellkrebs. Eine chronische Hepatitis B-Infektion kann medikamentös behandelt werden. Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B ist möglich und wird von der Krankenkasse bezahlt.

Das Hepatitis C-Virus wird hauptsächlich durch infiziertes Blut (z.B. Bluttransfusionen, gemeinsamer Gebrauch von Nadeln bei Drogenabhängigen) aber auch durch Geschlechtsverkehr übertragen. Eine chronische Hepatitis C kann heutzutage relativ nebenwirkungsarm mit „Tabletten“ behandelt werden. Der Therapieerfolg liegt bei bis zu 98%.

Wir diagnostizieren und behandeln auch weitere alimentär-toxische, autoimmune oder stoffwechselbedingte Lebererkrankungen.

Tumornachsorge

Jede Krebsbehandlung ist ohne Tumornachsorge unvollständig, die wir in Absprache mit dem Hausarzt gerne durchführen. Das Ziel dabei ist, ein Wiederauftreten der Krankheit (Tumorrezidiv) rechtzeitig zu erkennen.

Die Nachsorgetermine werden bereits im Krankenhaus oder durch den Hausarzt oder uns vereinbart.

Im Mittelpunkt der einzelnen Nachsorgeuntersuchungen stehen die Besprechung mit dem Patienten, die körperliche Untersuchung und die Bestimmung der Tumormarker. Neben weiteren Blutuntersuchungen werden in bestimmten Abständen auch eine Ultraschalluntersuchung der Leber, eine Röntgenuntersuchung der Lunge und ggf. endoskopische Untersuchungen durchgeführt.

Nach der Rückkehr des operierten Patienten in die häusliche Umgebung kann der Kontakt zu ebenfalls Betroffenen, die sich z.B. in Selbsthilfegruppen zusammenfinden, eine große Hilfe sein, da diese die Probleme aus eigener Erfahrung kennen und mit Rat und Tat helfen können. Rasche, kompetente Hilfestellung, Unterstützung und Beratung erhalten Krebspatienten und ihre Angehörigen auch bei der Deutschen Krebshilfe. Gerne erteilen wir Auskunft.

Bekommt mein Hausarzt einen Bericht über die Untersuchung?

Selbstverständlich und so schnell als möglich.

Wir informieren ihren Hausarzt über die Untersuchungsergebnisse und machen bei Bedarf einen Therapievorschlag.

Darf ich meine Medikamente vor einer endoskopischen Untersuchung einnehmen?

Dies ist abhängig von der Art und dem Zeitpunkt der Untersuchung sowie den Medikamenten. In der Regel werden vor der Sonographie und Gastroskopie, die ja meist morgens stattfinden, keine Medikamente eingenommen. Für die Koloskopie wird die Medikamenteneinnahme im Vorgespräch besprochen. Falls Sie Diabetiker sind, blutverdünnende Medikamente einnehmen, eine künstliche Herzklappe haben oder an einer sonstigen schweren Erkrankung leiden, bitten wir Sie, dies besonders zu erwähnen.

Welche Sprachen werden in der Praxis verstanden und gesprochen?

deutsch, englisch, kroatisch, türkisch, italienisch, französisch, tschechisch, ungarisch, slowakisch, serbisch, slowenisch, spanisch, portugiesisch.